IRL Backpack: Vollständiges Setup und Anleitung

IRL Backpack: Vollständiges Setup und Anleitung

Die sogenannten IRL-Streams werden auf Twitch immer populärer. Mehr und mehr Streamer gehen auch unterwegs online – beim Stadtbummel, auf Reisen, beim Angeln und anderen Aktivitäten. Wenn ihr dabei beste Qualität und Stabilität sicherstellen wollt, führt kein Weg an einem IRL Backpack vorbei. Dieses wurde ursprünglich von “theGunrun”, einem der ersten Twitch-Mitarbeiter konzipiert. Wie das Ganze aufgebaut ist und wie ich es betreibe, erkläre ich euch im Folgenden.

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IRL Streaming Server

Aktuell entfällt bei OBS-Server.com die Setupgebühr für einen Cloud OBS Streaming Server. Sichert euch bis Ende August 2019 euren IRL Streaming Server für Outdoor-Streaming in bester Qualität, mit automatischem Szenenwechsel, Overlays und Ausfallsicherheit.

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Die Komponenten

Das Setup besteht aus vielen verschiedenen Komponenten. Welche Bestandteile welchen Zweck erfüllen und welche Produkte ich empfehle, habe ich euch nachfolgend zusammengefasst.

Rucksack

Die Hülle des Setups bildet ein Rucksack, in dem alle Komponenten verstaut werden. Da der Streaming Encoder sehr heiß werden kann, empfiehlt es sich einen Rucksack mit Außennetz zu nehmen. Dieses muss relativ groß sein, da das LiveU Solo HDMI nicht ganz klein ist. Ich nutze wie die meisten Streamer den Manfrotto NX-CSC* Rucksack und kann ihn uneingeschränkt empfehlen.

Video Streaming Encoder

Das Herzstück eines jeden IRL-Setups stellt der Encoder dar. Dieser ist dafür zuständig, dass das Videosignal codiert und an einen Server geschickt wird. Während früher gern der LiveU Solo genutzt wurde, reicht heute die etwas abgespeckte Version, der LiveU Solo HDMI* vollkommen aus. Dieser hat ausschließlich einen HDMI-Eingang und nicht zusätzlich noch einen SDI-Eingang. Für das Setup benötigen wir keinen SDI-Eingang und können daher $500 sparen, wenn wir uns für diese Variante entscheiden.

LTE-Modem

Der LiveU Solo HDMI bietet unterschiedliche Möglichkeiten, eine Internetverbindung herzustellen. Er verfügt über zwei USB-Anschlüsse für USB-LTE-Modems, einen Ethernet-Port und eine WLAN-Antenne. Das Unternehmen LiveU bietet unter dem Namen LiveU Reliable Transport (kurz LRT) einen Service an, der mehrere Signale gleichzeitig aufnimmt und daraus einen stabilen Stream erzeugt. Wollt ihr einen möglichst stabilen Stream, könnt ihr also mehrere Internetverbindungen “bündeln” und es wird automatisch ein möglichst stabiles Signal zusammengefügt. Empfohlen wird von LiveU selbst das Huawei E8372* LTE-Modem. Davon könnt ihr entsprechend gleich zwei Modelle anschließen, sofern ihr zwei SIM-Karten habt. Die Bandbreite ist mit 150Mbps vollkommen ausreichend, stellt aber natürlich sowieso nur ein theoretisches Maximum dar, das man in Deutschland erstmal erreichen muss.

Netgear Nighthawk M1

Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, entscheidet sich für das aktuell wohl beste mobile LTE-Modem, das Netgear Nighthawk M1*. Dieses verfügt über gleich drei Möglichkeiten, es mit einem Endgerät zu verbinden. Dazu könnt ihr entweder klassisch den USB-Anschluss verwenden, einen WiFi-Hotspot erstellen oder den eingebauten Ethernet-Port mit einem konventionellen LAN-Kabel nutzen. Letzteres hat den Vorteil, dass das Kabel fest einrastet und somit auch stärkere Bewegungen kein Problem darstellen. Die maximale Bandbreite von 1.000Mbps ist das schnellste, was man aktuell bei einem LTE-Modem bekommen kann. In der Praxis kommt man aber natürlich nicht ansatzweise an diese Geschwindigkeit heran.

Powerbank mit 12V Ausgang

Maxoak K2 Powerbank

Der Akku des LiveU Solo HDMI reicht für ungefähr zwei Stunden Betrieb. Da die meisten Streamer länger als zwei Stunden am Stück streamen wollen, wird ein externer Akku benötigt. Eine normale Powerbank funktioniert leider nicht, da diese über keinen 12V-Ausgang verfügt. Die Maxoak K2* ist dafür die perfekte Lösung mit 50.000mAh. Diese verlängert eure maximale Streamdauer um bis zu sieben Stunden auf insgesamt neun Stunden. Wichtig: Unbedingt aufpassen, dass ihr den 12 Volt Anschluss nutzt und nicht aus Versehen den 20 Volt Ausgang, um Schäden an eurem Equipment zu verhindern! Dank der vier eingebauten USB-Ports könnt ihr gleichzeitig auch noch die Kamera mit Strom versorgen und euer Handy laden. Wer einen USB-Lautsprecher zum Abspielen von Alerts verwendet, kann auch diesen darüber betreiben.

Kamera

Das Setup bietet die Möglichkeit, jede beliebige Kamera mit einem HDMI-Ausgang anzuschließen. Aufgrund der sehr starken Bildstabilisierung, der geringen Größe und des Weitwinkels, empfehlen sich Actioncams und vor allem Sony Actioncams. Diese haben aus meiner Erfahrung die beste Bildqualität und Bildstabilisierung. Viele Streamer nutzen die Sony AS300. Ich persönlich setze auf die Sony FDR-X3000*, da diese eine noch bessere Qualität und Stabilisation bietet. Manche Streamer nutzen sogar Spiegelreflexkameras. Damit könnt ihr zwar die beste Qualität erzielen, aber müsst auch ordentlich schleppen. Außerdem ist die Stabilisierung nicht so stark wie bei Actioncams, die auf permanente Bewegung ausgelegt sind.

Kabel & Adapter

Damit alles läuft, werden einige Kabel benötigt. Empfehlenswert ist es, für jedes der Kabel ein zweites als Ersatz dabei zu haben – für den Fall, dass etwas kaputt geht.

Zunächst braucht ihr für jedes LTE-Modem eine USB-Verlängerungskabel. Dieses dient einerseits dazu, dass ihr die Modems flexibler positionieren könnt und andererseits dazu, dass ihr diese nicht direkt in die LiveU-Einheit stecken müsst, was bei Positionierung des Geräts im Außennetz nicht funktionieren würde.

Außerdem ist ein Stromkabel für die 12V Stromverbindung zwischen der Maxoak Powerbank und dem Video Streaming Encoder notwendig.

Für die Kamera benötigt ihr zwei Kabel. Zum einen ein USB auf Micro-USB Kabel, um die Stromversorgung sicherzustellen und zum anderen ein HDMI auf Micro-HDMI-Kabel, das das Signal der Kamera zum Video Encoder überträgt. Diese Kabel sollten 2 Meter lang sein, um euch genügend Freiraum zu geben.

Ich empfehle euch, USB-Winkeladapter und HDMI-Winkeladapter zu besorgen, damit die Kabel, die an den LiveU Solo angeschlossen werden, nach oben und nicht zur Seite gerichtet angeschlossen werden können. Aufgrund des geringen Platzes im Netz des Rucksacks, erleichtert dies die Montage und schont die Kabel.

OBS Server: Alerts, Overlays, intelligenter Szenenwechsel und Ausfallsicherheit

Welche Geräte ihr benötigt, wisst ihr nun schon mal. Widmen wir uns nun also der Umsetzung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Setup aufzubauen aber prinzipiell folgt es immer einem ähnlichen Muster.

Der LiveU Solo HDMI Video Streaming Encoder sendet das Videosignal an einen Server, auf dem OBS läuft. Dieser sorgt dafür, dass Alerts im Stream angezeigt werden können und bei nicht ausreichender Bandbreite auf eine andere Szene umgeschaltet wird. Diese kann eure Zuschauer beispielsweise darüber informieren, dass ihr wieder zu sehen seid, sobald die Verbindung wieder stabil ist. Außerdem sorgen intelligente Algorithmen dafür, dass bei Verbindungsabbrüchen eurer LiveU-Einheit die Verbindung in kürzester Zeit wiederhergestellt wird. Der Cloud OBS Streaming Server sorgt also dafür, dass ihr Overlays und Alerts nutzen könnt und euer Stream stabil bleibt. Erst danach sendet der Server das Signal weiter an die von euch bevorzugte Streaming-Plattform wie Twitch oder YouTube.

Wer sich einen richtigen Streaming-Rucksack zulegt, sollte sich entsprechend auch einen OBS Server zulegen. Ein passendes System für bestmögliche Qualität (bis zu 1080p @ 60fps) biete ich über OBS-Server.com an. Meldet euch gern, wenn ihr Bedarf habt und euren Stream auf das nächste Level heben wollt.

Stativ: Damit ihr alles komfortabel im Griff habt

In den Kommentaren wurde danach gefragt und es ist durchaus ein wichtiger Punkt: Das Stativ. Während des Streams hat man in der Regel ein Smartphone in der Hand, um den Chat zu verfolgen und die Kamera, die einen selbst oder das Geschehen vor einem zeigen soll. Damit dies möglichst komfortabel funktioniert, benötigt man am besten ein Stativ mit Handyhalterung. Leider habe ich noch keins gefunden, das meinem Anspruch gerecht wird. Daher wurde ich selbst erfinderisch, um möglichst komfortabel Smartphone und Kamera zu “jonglieren”.

Das Herzstück ist ein flexibles Stativ von Fotopro*. Auf dieses habe ich eine sehr individuelle Konstruktion gebaut, die für mich am besten passt. Den oberen silbernen Teil kann man abnehmen, wenn man plant das Smartphone nur im horizontalen Modus zu verwenden. Insgesamt ist es aber eine sehr schlanke und leichte Lösung, die man flexibel beim Laufen, im Auto und stationär verwenden kann.

Auf das Stativ habe ich eine Halterung* geschraubt, die in alle Richtungen eine Hot Shoe Befestigung hat. An dieser habe ich eine Handyklemmhalterung* befestigt. In dieser kann man das Smartphone entweder vertikal oder horizontal befestigen. Nach oben habe ich dann mit ein paar Adaptern und Schrauben* für ausreichend Distanz zwischen Kamera und Smartphone gesorgt, damit das Smartphone hochkant genutzt werden kann (dann sieht man möglichst viel Chat). Möchte man lieber horizontal das Smartphone befestigen, so kann man sich ein paar Adapter sparen, wodurch das Ganze noch leichter und kompakter wird.

Früher habe ich einen Gorillapod genutzt, doch diese sind mir zu häufig kaputt gegangen. Dieses Stativ hat komplett flexible Beine statt nur Kugelgelenke und macht bisher einen sehr stabilen und zuverlässigen Eindruck. Dank der flexiblen und dennoch starken Beine, könnt ihr das Stativ problemlos irgendwo hinstellen oder um etwas “herumklemmen”. Für mich die absolut perfekte Lösung!


Solltet ihr noch Fragen zum Thema IRL-Streaming haben oder etwas unklar sein, schreibt es gern in die Kommentare.

*Affiliate-Link

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. Hey hast du auch ne Mail adresse oder Discord? Hab jetzt den Backpack und bräuchte paar Infos bezüglich Server usw.

    Lg

    1. Klar, gern einfach an phil [ at ] streamingwelt.com

  2. Hi, ich habemomentan Probleme beim Einstellen des OBS und der Liveu. Könnte ich vielleicht ein paar Fragen Stellen?

    Grüße

    1. Hi! Klar, gern. Entweder direkt hier in den Kommentaren oder per Mail.

  3. Das wichtigste habt ihr aber in dem Artikel nicht beschrieben: das Setup mit dem man die Kamera und Handy an Ort und Stelle hält beim Laufen ohne das man das die ganze Zeit in der Hand rumschleppen muss. Das hätte mich am Meisten interessiert, schade.

    1. Sehr guter Punkt! Habe den Artikel entsprechend erweitert. :)

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