X264 | NVENC | Quick Sync: Wann welcher Encoder die beste Wahl ist

X264 | NVENC | Quick Sync: Wann welcher Encoder die beste Wahl ist

Die Wahl des richtigen Encoders ist essentiell. X264, Nvidia NVENC und Intel Quick Sync nutzen unterschiedliche Komponenten eines Computers zur Kodierung und haben entsprechend unterschiedlichen Einfluss auf die Performanz eures Systems. Was die drei Varianten unterscheidet und welche Erfahrungen ich mit diesen gemacht habe, erfahrt ihr in diesem Artikel.

X264

X264 ist ein Software-Encoder für H.264 Video. Die Software ist plattformübergreifend und somit auf jedem System einsetzbar. Als Software nutzt X264 den Prozessor, um zu enkodieren. Bei der Nutzung von X264 solltet ihr daher sicherstellen, dass genügend CPU-Leistung zur Verfügung steht.

NVENC

NVENC ist ein Hardware-Encoder, der in Nvidia Grafikkarten seit 2012 verbaut wird. Es handelt sich dabei um eine dedizierte Umgebung, die ausschließlich für Videoencoding verwendet wird. Die Nutzung von NVENC zum Aufnehmen oder Streamen beeinträchtigt daher weder die Performance der GPU noch der CPU.

Quick Sync

Bei Quick Sync handelt es sich um einen Hardware-Encoder, der als dedizierter Kern in Intel-Prozessoren zur Enkodierung und Dekodierung verwendet wird. Damit wird die Last auf rein für diesen Zweck dedizierte Hardware verlagert, was den Rest des Systems entlastet. Quick Sync wurde mit der Sandy Bridge Architektur 2011 eingeführt und wurde seither immer wieder um Funktionen erweitert. Da Quick Sync Teil der integrierten Grafikkarte (iGPU) ist, wirkt sich die Nutzung nicht negativ auf die CPU aus.

Bitrate

Aufgrund der sehr unterschiedlichen Verfahren, ist auch die Bildqualität bei gleicher Bitrate sehr unterschiedlich. Während X264 das effizienteste Verfahren darstellt und somit bei geringen Bitraten die besten Ergebnisse erzielt, so können NVENC und Quick Sync vor allem bei hohen Bandbreiten mit einer nahezu verlustfreien Qualität überzeugen, an die X264 mit aktueller marktüblicher Hardware nicht herankommt. Bei Bitraten von 6000kbit/s, was das aktuelle Limit von Twitch darstellt, erzielen GTX-Grafikkarten jedoch bereits gute Ergebnisse und das Videomaterial von RTX-Karten ist auch bei geringen Bitraten vergleichbar mit X264.

Schnelle Bewegungen als Herausforderung

Die größten Herausforderungen stellen beim Video-Encoding schnelle Bewegungen dar. Daher sind First Person Shooter prädestiniert dafür, schlechter auszusehen als Spiele aus bewegungsärmeren Genres. Bei gleicher Bitrate bildet X264 hier weniger Artefakte als NVENC und Quick Sync. Eine Ausnahme stellt die Verwendung von NVENC mit den neuen RTX-Grafikkarten dar. Diese erzielen vergleichbare Ergebnisse.

Empfehlung für Streaming

Ist man bei der Bandbreite beschränkt, wie es beim Streaming meist der Fall ist, so macht die Verwendung von X264 potentiell mehr Sinn. Aufgrund der Effizienz, macht X264 vor allem beim Streamen von schnellen Spielen Sinn. Artefakte bilden sich seltener, als bei NVENC oder Quick Sync. Allerdings ist die Belastung der CPU nicht zu vernachlässigen. Um in 1080p mit 60fps in guter Qualität zu streamen, benötigt man einen sehr starken Prozessor. Sollte genügend Bandbreite zur Verfügung stehen, können bewegungsärmere Spiele problemlos mit einer höheren Bitrate mit NVENC gestreamt werden. Wer eine RTX-Grafikkarte sein Eigen nennt, kann mit dem neuen NVENC-Encoder nahezu identische Ergebnisse wie mit X264 erzielen und NVENC auch für schnellere Spiele nutzen, sogar bei niedrigeren Bitraten.

Empfehlung für Aufnahme

Möchte man keine Qualitätseinbußen bei Aufnahmen erleiden, so empfiehlt sich die Verwendung von NVENC oder Quick Sync. Für Aufnahmen in nahezu verlustfreier Qualität, benötigt ihr jedoch auch eine entsprechend schnelle und große Festplatte. X264 bietet sich hier nicht an, da Aufnahmen in sehr hoher Qualität ein High-End-Setup benötigen und die Performanz des Systems insgesamt zu sehr beeinflussen.

Mein Setup

Ich streame mit einer GTX-Grafikkarte und dem neuen NVENC Encoder mit einer Bitrate von 6000kbit/s. Mit der alten NVENC Version (vor OBS 23) habe ich damit schlechtere Ergebnisse erzielt als mit X264 aber seit dem Update ist die Qualität wirklich sehr gut geworden und für mich ist dies der bessere Kompromiss zwischen Qualität und Performance. Ich erreiche damit mehr FPS in Spielen und meinen Zuschauern ist der Unterschied nicht aufgefallen.

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