Facecam: Die besten Webcams und Kameras für euren Stream

Facecam: Die besten Webcams und Kameras für euren Stream

Einer der wesentlichen Bestandteile eines Streaming-Setups ist die Facecam. Prinzipiell kann man natürlich auch ohne Kamera auf Twitch, YouTube oder Mixer streamen aber mit bekommt der Stream eine weitaus persönlichere Note. Welches Modell ist nun also das beste? Ich habe über die Jahre viele Facecams getestet und möchte euch aus meiner Praxis einige Tipps und Empfehlungen geben.

Auf die Auflösung kommt es nicht an

Viele lassen sich von Pixeln beeindrucken. Aussagen wie “Eine 4K-Webcam muss doch besser sein als eine 720p oder 1080p Kamera” sind allerdings kompletter Quatsch. Häufig sind solche hohen Auflösungen interpoliert. Das heißt, die Kamera ist eigentlich eine 1080p-Kamera aber das Signal wird als 4K ausgegeben. Das Bild wird also nur groß gezogen. Eine 720p Webcam auf 1080p dehnen, könnt ihr in OBS mit gleichem Qualitätsverlust auch selbst. Wenn ihr sowieso meist nur einen kleinen Ausschnitt eures Streams mit eurer Webcam füllt, ist die Auflösung zweitrangig.

Licht macht den größten Unterschied

Der Faktor, der ohne Frage am meisten ausmacht, ist das Licht. Bevor ihr euch eine neue Kamera kauft, solltet ihr daher mit bestmöglicher Beleuchtung versuchen, das Bild eurer jetzigen Webcam zu verbessern. Solltet ihr keine Lampen haben, die stark genug sind, empfehle ich euch eine Videoleuchte. Diese solltet ihr bei jeder Kamera verwenden und euch daher als erstes anschaffen.

Elgato Key Light
Elgato Key Light

Es gibt sehr funktionsreiche Modelle wie das Elgato Key Light*. Dieses ermöglicht die Steuerung via Smartphone und das Anbinden an die Elgato-Software für erweiterte Funktionen. Persönlich nutze ich eine LED-Videoleuchte von Neewer*. Diese bietet keine “Smart-Funktionen”, ist allerdings auch preisgünstiger. Mit zwei Reglern könnt ihr die weißen und gelben LEDs getrennt in ihrer Helligkeit steuern, um das Licht wärmer oder kälter einzustellen. Wenn ihr keine Spielereien, sondern einfach nur eine verlässliche Leuchte sucht, empfehle ich euch das Modell von Neewer.

Webcam

Bei der Auswahl einer Kamera als Facecam könnt ihr prinzipiell zwischen einer Webcam und einer “normalen” Kamera wie einer digitalen Spiegelreflex oder einem Camcorder wählen. Die meisten Streamer verwenden eine konventionelle Webcam. Dabei hat sich vor allem Logitech mit seiner C920 und dem Nachfolger der C922* als Go-To-Lösung etabliert. Bevor ich selbst auf eine Spiegelreflex gewechselt bin, habe ich ebenfalls die Logitech C922 genutzt und kann diese uneingeschränkt empfehlen. Wer allerdings den Fehler macht und nicht für ausreichend Licht sorgt, wird auch von dieser Premium-Webcam enttäuscht werden. Man kann es nicht oft genug sagen: Licht ist das A und O. Wenn ihr einen Green Screen nutzt, liefert die Logitech bei ausreichend Licht ein sehr gutes Bild.

Logitech C922
Logitech C922

DSLR / Camcorder mit HDMI-Adapter betreiben

Was Webcams nicht können, ist eine geringe Schärfentiefe zu erzeugen. Das ist der Effekt, dass das Motiv scharf abgebildet wird und im Hintergrund alles immer unschärfer wird. Man kennt dies von Portraitfotos und sicher habt ihr dies bei einigen Streamern ebenfalls bereits beobachtet. Wenn ihr diesen Effekt erzielen wollt, ist eine Webcam nicht die richtige Lösung für euch. Dann müsst ihr auf eine größere Kamera zurückgreifen, die über einen HDMI-Ausgang verfügt und die ihr dann z.B. über den Elgato Cam Link* an euren Computer als Webcam anschließt. Dies macht Sinn, wenn ihr keinen Green Screen nutzt und der Hintergrund unscharf in eurem Stream erscheinen soll.

Canon Legria HF R806
Canon Legria HF R806

Bei der Auswahl der richtigen Kamera müsst ihr darauf achten, dass ihr diese nicht per Akku betreiben müsst, sondern auch mit permanenter Stromversorgung über die Steckdose anschließen könnt. Dies ist bei einem Camcorder in der Regel der Fall. Eine gute Option stellt die Canon Legria HF R806* dar. Sie verfügt über einen Mini-HDMI-Ausgang und ihr könnt sie permanent am Strom betreiben. Ein Mini-HDMI-auf-HDMI-Kabel ist bereits im Lieferumfang enthalten.

Wenn ihr bereits eine DSLR (Digitale Spiegelreflexkamera) mit HDMI-Ausgang (oder Micro-HDMI/Mini-HDMI) besitzt, könnt ihr diese unter Umständen ebenfalls nutzen. Wichtig ist, dass die Kamera nicht automatisch in den Standby-Modus wechselt, wenn keine Aufnahme läuft und ihr sie permanent mit Strom versorgen könnt. Ansonsten müsstet ihr während des Streams den Akku wechseln. Dazu könnt ihr “Akku-Netzteil-Adapter” nutzen.

Akku-Netzteil-Adapter
Akku-Netzteil-Adapter

Die sehen aus wie euer konventioneller Kamera-Akku, allerdings mit einem Stromkabel daran. Um zu überprüfen, ob es für euer Modell einen passenden Adapter gibt, sucht einfach mal nach der Typenbezeichnung eures Akkus und dem Stichwort “Dummy” oder “Adapter”. Zwar steht Dummy grundsätzlich für eine Attrappe, doch darunter findet ihr auch diese Akku-Netzteil-Adapter.


Wenn ihr weitere Fragen zu Facecams und Optimierung der Bildqualität eures Streams habt, schreibt sie gern in die Kommentare.

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. ChrisKo

    Hey Phil,

    danke ersteinmal für deine ausführlichen Tips. Ich habe selbst vor ein paar Monaten mit dem Streamen begonnen. In puncto Facecams habe ich noch eine Frage: Kennst du eine ausreichend gute auch Systemkamera, die man direkt über USB anklemmen kann als Webcam, ohne ein HDMI-Interface benutzen zu müssen? Ich weiß, die neuen Canon DSLR können das mit dem Webcam Utility, jedoch nur bestimmte recht teure Modelle.

    Ich suche eine gute Systemkamera, die 1080p bei mindestens 30fps hinbekommt, 60fps wären natürlich besser. Sie sollte preislich zwischen 200-300 Euro liegen. Ich habe momentan eine C920, bin allerdings nicht sehr begeistert vom Bild, weil es doch recht unscharf und weich für 1080p wirkt.

    Vielen Dank im Voraus

    Gruß Chris

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