Streaming Mikrofon: Die besten Modelle für perfekten Klang

Streaming Mikrofon: Die besten Modelle für perfekten Klang

Das perfekte Streaming Mikrofon für Twitch oder YouTube zu finden, ist nicht leicht. Viele Seiten, die ich gefunden habe, schmeißen einfach mit irgendwelchen Mikrofonempfehlungen um sich, ohne fundiertes Hintergrundwissen zu haben. Worauf ihr achten solltet und welche Mikrofone ich nach persönlichen Tests für Streamer empfehlen kann, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Das Wichtigste kurz zusammengefasst

Die meisten professionellen Streamer setzen auf ein dynamisches Mikrofon anstatt auf ein Kondensatormikrofon. Dynamische Mikrofone nehmen weniger Hintergrundgeräusche und Hall auf und eignen sich daher besser zum Streamen. Nach zahlreichen Tests über die letzten Jahre kann ich folgende Modelle empfehlen:

Rode Procaster
Rode Procaster

Rode Procaster*: Gronkh setzt dieses Mikrofon seit Jahren ein. Wenn euch der Klang seiner Streams gefällt, macht ihr mit dem Procaster nichts falsch. Als ich das Gerät selbst mal testete, habe ich gemerkt, dass das Modell sehr viel Gain (Verstärkung) benötigt. Daher solltet ihr mit einem guten Audio-Interface oder Mischpult möglichst viel verstärken, bevor das Signal in OBS landet. Je besser das Interface, desto weniger Hintergrundrauschen entsteht beim Erhöhen der Verstärkung.

Shure SM7B
Shure SM7B

Shure SM7B*: Für alle, die einen noch höheren Anspruch an die Klangqualität ihres Streams haben, ist das Shure SM7B die beste Lösung. Viele große Streamer, Podcaster und selbst Radiosender setzen für beste Qualität auf dieses Modell.

Für beide Modelle benötigt ihr ein Audio-Interface oder ein Mischpult. Außerdem empfehle ich euch, einen Blick auf das Tutorial OBS Mikrofon-Einstellungen zu werfen, um das Maximum an Soundqualität herauszuholen.

Dynamisches Mikrofon oder Kondensatormikrofon

Mikrofone sind grundsätzlich entweder dynamische Mikrofone oder Kondensatormikrofone. Bevor ihr euch ein Mikrofon kauft, solltet ihr den Unterschied zwischen den beiden Arten kennen.

Dynamische Mikrofone sind aufgrund ihrer Bau- und Funktionsweise weniger empfindlich. Daher sind Stör- und Hintergrundgeräusche für sie ein geringeres Problem. Wenn ihr in eurem Zimmer mit Umgebungsgeräuschen oder Hall zu kämpfen habt, solltet ihr entweder zu einem dynamischen Mikrofon greifen oder für ausreichend Schalldämmung sorgen. Dynamische Modelle tendieren dazu, den typischen “Broadcast-Sound” zu erzeugen, den man vor allem von amerikanischen Produktionen wie Podcasts und aus dem Radio kennt.

Kondensatormikrofone hingegen haben einen weiteren Übertragungsbereich und können somit einen größeren Frequenzbereich abbilden. Dies führt dazu, dass sie grundsätzlich natürlicher klingen als dynamische Mikrofone. Aufgrund ihrer hohen Empfindlichkeit, nehmen sie aber auch jedes Hintergrundgeräusch perfekt auf. Daher könnt ihr mit diesen zwar tendenziell einen brillianteren Klang erzeugen, doch das klingt auch nur gut, wenn ihr alle Störfaktoren ausschließen könnt.

Grundsätzlich ist es leichter, dynamische Mikrofone zu benutzen, da diese weniger empfindlich sind hinsichtlich Hintergrund- und Störgeräuschen. Wer möglichst schnell zu gutem Klang kommen möchte, ist daher meist mit einem dynamischem Mikrofon besser beraten. Wenn ihr allerdings einen möglichst natürlichen und brillianten Klang erzielen wollt, solltet ihr zu einem Kondensatormikrofon greifen. Dann müsst ihr aber im Zweifel viel Arbeit betreiben, um den Hall zu reduzieren.

Rode NTUSB
Rode NTUSB

Ein zurecht beliebtes Kondensatormikrofon ist das Rode NTUSB*. Als das Mikrofon 2014 frisch auf den Markt kam, musste ich es unbedingt testen und war von der Audioqualität sehr positiv überrascht. Ihr benötigt außerdem kein Audio-Interface, da das Gerät direkt per USB mit Strom versorgt wird. Bis heute ist es für Streamer mit hohem Qualitätsanspruch ein Top-Mikrofon, dessen Preis-Leistungs-Verhältnis schwer zu schlagen ist. Es kommt bereits mit einem stabilen Popschutz, um Plosivlaute zu verhindern.

Headset-Mikrofone

Eine meiner Meinung nach vollkommen unterschätzte Lösung stellen Headset-Mikrofone dar. Vor allem im kreativen Bereich wie beim Zeichnen, Grafik Design oder bei bewegungsintensiven Spielen bietet ein Headset-Mikrofon die größtmögliche Freiheit. Nicht umsonst setzen die Rocket Beans und Bonjwa auf Headset-Mikrofone bei ihren Produktionen.

IMG Stageline Headset-Mikrofon
IMG Stageline Headset-Mikrofon

Headset-Mikrofone werden über ein oder beide Ohren geklemmt und haben teilweise noch einen Nackenbügel zur Fixierung. Damit habt ihr volle Bewegungsfreiheit und sprecht immer direkt ins Mikrofon, egal in welche Richtung ihr schaut. Außerdem habt ihr das Mikrofon immer sehr nah am Mund und könnt daher den Gain so weit runterschrauben, dass Hintergrundgeräusche oder Hall kein Problem mehr darstellen. Bei Headset-Mikrofonen handelt es sich in den meisten Fällen um Kondensatormikrofone. Entsprechend bekommt ihr die Brillianz eines Kondensatormikrofons gepaart mit der Störungsfreiheit eines dynamischen Mikrofons – also eine Win-Win-Situation – und als Bonus gibt es dann noch die Bewegungsfreiheit oben drauf. 😉

Ich selbst nutze das Earmic 500* der Thomann Hausmarke the t.bone. Die Klangqualität ist extrem gut und mit den passenden Mikrofoneinstellungen könnt ihr damit Klang erzeugen, wie man ihn sonst nur von Modellen um 400€ kennt. Zur Nutzung des Mikrofons an einem regulären XLR-Interface benötigt ihr zusätzlich noch einen Mini-XLR auf XLR Adapter*.

XLR-Mikrofon oder USB-Mikrofon

Es gibt USB-Mikrofone, die bereits ein Audio-Interface integriert haben und XLR-Mikrofone, die ein separates Audio-Interface benötigen. Prinzipiell kann man mit beiden Varianten einen guten Klang erzielen. Da bei professionellen Anwendern Mikrofone selten direkt an den Computer angeschlossen werden, sind die meisten professionellen Modelle jedoch XLR-Mikrofone. Entsprechend wird meist ein Audio-Interface oder ein Mischpult notwendig.

Audio-Interface oder Mischpult (Mixer)

Bei dem Anschluss eures XLR-Mikrofons an euren Rechner, könnt ihr entweder ein einfaches Audio-Interface oder ein Mischpult bzw. einen Mixer verwenden. Wenn ihr lediglich den Ton abgreifen wollt und keine erweiterten Funktionen benötigt, reicht ein Interface vollkommen aus. Mit einem Mixer habt ihr weitere Kontrolle über das Signal. Mittels Equalizer könnt ihr so zum Beispiel die Höhen, Mitten und Tiefen bereits am Gerät steuern. Einige Mischpulte verfügen darüber hinaus über Effekte, um eure Stimme zu verzerren.

Behringer UMC 204 HD

Wer ein gutes aber nicht zu teures Audio-Interface sucht, dem kann ich das Behringer UMC 204* empfehlen. Es bietet zwei Kanäle, 48 Volt Phantomspeisung und die Möglichkeit, den Ton direkt über das Gerät mit einem Kopfhörerausgang zu überwachen. Das Gerät nutze ich selbst seit vielen Jahren und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Behringer Xenyx Q1202 USB
Behringer Xenyx Q1202 USB

Wer die erweiterten Funktionen eines Mischpults nicht missen möchte, dem kann ich ebenfalls von Behringer eins empfehlen. Speziell das Behringer Xenyx Q1202 USB*. Dieses verfügt neben einem Equalizer auch noch über einen integrierten Kompressor. Das ist äußerst praktisch, denn mit diesem werden leise Töne lauter geregelt und laute Töne leiser. Dadurch übersteuert ihr nicht (Clipping) und liefert euren Zuschauern und Zuhörern ein gut abgestimmtes Audiosignal. Dies könnt ihr zwar auch mit Plugins in OBS erreichen, doch hier habt ihr den Kompressor direkt integriert und könnt diesen komfortabel über einen Drehregler steuern.


Solltet ihr noch weitere Fragen über Mikrofonen zum Streamen haben, schreibt sie gern in die Kommentare.

* = Affiliate-Link

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. KellerbooyBlogie

    Ich habe leider erst jetzte deinen Artikel zu den Mikrofonen gefunden, direkt nachdem ich mir ein Blue Yeti USB bestellt habe. 🙁 Ich war auch kurz davor mir ein Rode zu holen aber bin dann doch nach dem Preis gegangen. Ist das Yeti dennoch empfehlenswert?

    1. Phil

      Hi KellerbooyBlogie,
      bei dem Blue Yeti USB handelt es sich grundsätzlich um kein schlechtes Mikrofon. MKBHD hat dieses ebenfalls lange für seine Videos genutzt. Allerdings ist es ein Kondensatormikrofon, das sehr empfindlich ist und daher Hintergrundgeräusche stärker aufnimmt als ein dynamisches Mikrofon. Je nachdem, wie gut dein Aufnahmeort Schall absorbiert, kann das Ergebnis daher stark variieren. Grundsätzlich würde ich eher zu einem dynamischen Mikrofon greifen, doch wenn du das Mikrofon nicht zurückschicken kannst oder es damit zumindest probieren möchtest, stell auf jeden Fall sicher, dass du die Richtcharakteristik auf “Niere” stellst. So wird nur der Sound vor dem Mikrofon aufgenommen und der Schall aus anderen Richtungen nicht. Außerdem solltest du den Gain möglichst niedrig halten und das Mikrofon nah an deinem Mund positionieren, damit deine Stimme in Relation zu Nebengeräuschen deutlich lauter ist.

      Ich hoffe, das hilft dir bei der Perfektion deines Streams. Schreib gern, wie du dich am Ende entschieden hast und wie du mit der Akustik zufrieden bist.

      Phil

      1. KellerbooyBlogie

        Zurzeit bin ich extrem unzufrieden da das Mikrofon von Ebay von einem eigntlich sehr vertrauenswürdigen User kommt und entgegen der Artikelbeschreibung anscheinend kaputt ist (zum Glück habe ich mit Paypal bezahlt). Das Mikrofon kam ohne Kabel. Also habe ich drei verschiedene eigene Kabel ausprobiert. An keiner meiner 7 USB Buchsen konnte das Mikrofon erkannt werden. Allerdings leuchtet der Mute Knopf. Anscheinend bekommt das Mikro also ein Signal vom PC, gibt aber keines wieder zurück. Ich fahre morgen zum Mediamarkt um es dort einmal mit einem originalem Kabel zu testen. Wenn das nicht funktioniert werde ich versuchen mein Geld wiederzubekommen und mir ein auna MIC-900B oder ein Rode NT USB wahrscheinlich holen.

  2. Gerrit

    Moin!
    Wie steht es um eine Halterung? gibt es da Unterschiede in der Stabilität oder sollte ich nur darauf achten, dass das Mic auch da hinkommt, wo es hin soll?

    1. Phil

      Moin Gerrit,
      Halterungen gibt es in der Tat in sehr unterschiedlichen Qualitätsstufen. Grundsätzlich sollte man eine Halterung mit festem Stand haben und das Mikrofon bestenfalls entkoppeln. Bedeutet, dass man eine möglichst stabile Halterung bzw. ein möglichst schweres Stativ nimmt und eine Mikrofonspinne verwendet, um Schwingungen abzuhalten.

      Ob du nun ein einfaches Mikrofonstativ nimmst oder ein Gelenkarmstativ, ist egal. Wichtig ist, dass die Qualität der Komponenten stimmt. Hier ein paar Beispiele:
      Gelenkarmstativ*
      Mikrofonstativ*
      Rode Procaster inklusive Rode-Stativ*

      Ich hoffe, das hilft dir. 🙂

  3. Maik

    Moin, was hältst du vom Shure SM58 als dynamisches Streaming Micro?

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